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Sehenswürdigkeiten

 

Neben der Jakobuskirche, die schon aus einiger Entfernung zu sehen ist, befindet sich das historische Schloss Moermond am östlichen Ortsrand. Dieses konnte vor der Restaurierung besichtigt werden, ist mittlerweile aber im Besitz einer privaten Stiftung und nicht mehr öffentlich zugänglich.

Die Jakobuskirche

Die gotische Kirche wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Wahrscheinlich befand sich jedoch schon zuvor am selben Ort eine Kapelle. Diese dürfte zumindest in das 13. Jahrhundert zurück gereicht haben, da hier 1207 ein Jan van Renesse begraben worden sein soll. Noch im 15. Jahrhundert dürfte dann der Glockenturm frei stehend errichtet worden sein. Die Glocke selbst wurde im Jahr 1458 von Pieter van Dormen gegossen. Das Kirchenschiff wurde dann ein Jahrhundert später an den Turm herangesetzt. Ein geplanter Chorraum, dessen Ansätze noch sichtbar sind, kam durch die hereinbrechende Reformation nicht mehr zur Ausführung.
 

Der Chorraum der alten romanischen Kapelle wurde unterdessen als Schulraum genutzt. Noch im 19. Jahrhundert um einen Raum erweitert, wurde das gesamte alte Gebäude dann 1916 abgebrochen und durch einen dreiräumigen neuen Bau ersetzt. Von 1977 auf 1978 wurde der alte Chorraum dann, nachdem die Schule ein eigenes Gebäude erhalten hatte, wieder rekonstruiert.

Im Jahr 1938 bekam die Kirche die 1882 für die deutsche Gemeinde in Rotterdam gebaute Orgel der Windesheimer Firma Oberlinger, die auf abenteuerlichen Wegen in die Gemeinde gelangte. Von 1985 auf 1986 ist die Orgel restauriert worden. Um 1952 wurde die Kirche renoviert und mit neuen Fenstern versehen. 1953 wurde die Kanzel der in der Sturmflut desselben Jahres verwüsteten und nicht wieder aufgebauten Kirche in Elkerzee übernommen. Ein Becken zum Sammeln von Regenwasser, das sich an der Nordseite der Kirche findet, diente früher der Wasserversorgung in Dürrezeiten, in denen die Bewohner sich hier für zwei Cent je Eimer bedienen durften. Das Becken wurde 1978 renoviert. An der Westseite befand sich einst das Spritzenhaus der Feuerwehr. Zur linken des Einganges war de preson, ein für kurze Verwahrungen gedachtes Gefängnis angebaut, das im Volksmund boevenkotje (»Gaunerstall«) genannt wurde.

Die Decke der Kirche besteht aus einem hölzernern Tonnengewölbe. In der Kirche finden sich Grabplatten für den Pfarrer und Arzt C. Tessing († 1684) und dem Schultheissen und Deichgrafen Adrian Tromp († 1754) samt Frau († 1730), dann eines Marinus Hoogenboom und seiner Gattin Tona Theresia Vis, sowie, auf der Galerie gegenüber der Orgel, ein Gedenkstein an Cornelis Toonissen Huighesen und seine Frau Durrecken (1510) sowie Evert Hendriksen und Stoffel van Buven. Die sich an den Wänden findenden Trauertafeln für u.a. Nicolaas van Hoorn, den Bürgermeister von Vlissingen und Herrn von Burgh und seiner Frau Johanna Ockersse, waren in der Zeit der französischen Besatzung verborgen und so gerettet worden.

Während die Kirche heute der reformierten Gemeinde (Nederlandse Hervormde kerk) Renesses gehört, ist der Turm in Besitz der Gemeinde Schouwen-Duiveland. Die Kirche ist zu Gottesdienstzeiten zugänglich. Neben einem niederländischen Gottesdienst wird auch während der Sommermonate einer in deutscher Sprache angeboten. Zu vorher benannten Zeiten ist auch eine Begehung des Turmes möglich. Außerdem finden von der Kirche aus kleine Führungen zu Schloss Moermond statt.
 

 
 
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